GEstartet: Tabea Dietrich

Tabea Dietrich
© GEsamtschule Waltrop

Eine, die Tü­ren öff­net … – Wäh­rend un­se­re Neunt­kläss­ler in die­sen Ta­gen ihre Prak­ti­ka ab­sol­vie­ren und erst­mals in­ten­si­ver in die Ar­beits­welt ein­tau­chen, den­ken vie­le von uns auch an frü­he­re Jahr­gän­ge zu­rück. An Ju­gend­li­che, die ein­mal ge­nau dort stan­den, wo un­se­re Neu­ner heu­te ste­hen: neu­gie­rig, ein biss­chen auf­ge­regt – und vol­ler Fra­gen, wel­chen Weg sie ein­schla­gen sol­len. Ei­nes die­ser GE­sich­ter ist Ta­bea Diet­rich, Ab­schluss­jahr­gang 2022. Ihre Ge­schich­te zeigt ein­drucks­voll, was ent­ste­hen kann, wenn Neu­gier, Mut und in­di­vi­du­el­le Be­glei­tung zu­sam­men­kom­men.

Tabea Dietrich
© GE­samt­schu­le Wal­trop

„Ich woll­te im­mer wis­sen, wie Din­ge funk­tio­nie­ren“

Ta­be­as ei­ge­ner Weg be­gann eben­falls mit ei­nem Prak­ti­kum. Da­mals ahn­te sie noch nicht, dass die Be­gei­ste­rung für tech­ni­sche Ab­läu­fe und hand­werk­li­che Prä­zi­si­on ein­mal ih­ren Be­rufs­weg be­stim­men wür­de. Aber ge­nau das ist der Sinn die­ser drei Wo­chen Pra­xis: er­ste Fun­ken, er­ste Ideen, er­ste Ah­nun­gen von dem, was mög­lich ist. Heu­te weiß Ta­bea: Sie woll­te et­was ma­chen, das »Hand, Herz und Kopf« ver­bin­det. Et­was, das man sieht, be­rührt – und ver­steht.

En­er­gie, Ver­ant­wor­tung, Prä­senz – schon in der Schul­zeit

An der GE­samt­schu­le Wal­trop ge­hör­te Ta­bea zu den Schü­le­rin­nen, die man nicht ver­gisst. Klas­sen­spre­che­rin, Jahr­gangs­spre­che­rin, Streit­schlich­te­rin, Ge­schäfts­füh­re­rin der Schü­ler­fir­ma im Ki­osk – sie war prä­sent, en­ga­giert und zu­ver­läs­sig. „Wenn Schu­le, dann Ge­samt­schu­le Wal­trop“, sagt sie heu­te. „Hier war ich nie nur eine Schü­le­rin. Hier war ich Teil von et­was.“ Noch im­mer kommt sie re­gel­mä­ßig vor­bei, oft so­gar ex­tra im Ur­laub. Ihre Schwe­ster lernt heu­te hier – und Ta­bea ist froh, dass auch sie die­se Um­ge­bung er­lebt, die sie »fa­mi­li­är, herz­lich und un­ter­stüt­zend« nennt.

Tabea Dietrich
© GE­samt­schu­le Wal­trop

Vom er­sten Fun­ken zur Aus­bil­dung

Ihr In­ter­es­se für Tech­nik und Me­cha­nik führ­te sie nach der 10. Klas­se in eine Aus­bil­dung zur Me­tall­baue­rin bei »Mid­del­dorf und Söh­ne« in Wal­trop. Der Ein­stieg war her­aus­for­dernd: „Da wur­de erst mal ge­guckt: Kann die das? Schafft die das?“ Sie konn­te. Und sie schaff­te es – mit Tech­nik, Durch­hal­te­ver­mö­gen und wach­sen­der Mus­kel­kraft. Be­son­ders be­gei­stert war sie von al­lem, was mit Fen­stern, Glas und Me­cha­nik zu tun hat. „Wenn du ein Fen­ster öff­nest, merkst du erst, wie viel Tech­nik da drin­steckt. Das fas­zi­niert mich bis heu­te.“ Ihr Be­rufs­schul­leh­rer, Jan Oelen­berg, ver­mit­tel­te ihr Ord­nung, Struk­tur und Ge­nau­ig­keit – Qua­li­tä­ten, die sie auch aus der Schu­le und ih­rem Fa­mi­li­en­le­ben mit­brach­te

Ein Traum zer­bricht – und öff­net eine neue Tür

Ihr be­ruf­li­ches Ziel stand früh fest: »Me­tall­bau Lam­precht« in Dat­teln, ein über 50 Jah­re be­stehen­des Un­ter­neh­men für Fen­ster und Fas­sa­den. Doch als der Be­trieb In­sol­venz an­mel­den muss­te, traf das auch Ta­bea. „Das hat weh­ge­tan. Ich woll­te im­mer dort­hin.“ Als das Nach­fol­ge­un­ter­neh­men, die »Lam­pAG«, in Dort­mund neu star­te­te, reich­te sie ge­mein­sam mit ih­rem Freund eine Be­wer­bung ein. Und dies­mal klapp­te es.

Neu an­fan­gen – und an­kom­men

Seit dem 2. März 2026 ist Ta­bea Me­tall­baue­rin bei der »Lam­pAG« – ein Be­trieb, der mo­der­ne Fas­sa­den, Spe­zi­al­fen­ster und kom­ple­xe Alu­mi­ni­um­sy­ste­me her­stellt. „Wir fer­ti­gen so­gar halb­run­de Fen­ster – ge­nau mein Ding“, sagt sie und strahlt. Der jun­ge Ge­schäfts­füh­rer aus Ham­burg be­grüß­te sie per­sön­lich: „Er möch­te mehr Frau­en im Hand­werk se­hen“, be­rich­tet Ta­bea. „Und ich bin ger­ne eine da­von.“

Tabea Dietrich
© GE­samt­schu­le Wal­trop

Was un­se­re Neu­ner von ihr mit­neh­men kön­nen

Wenn Ta­bea heu­te im Ki­osk der Schü­ler­fir­ma der GE­samt­schu­le stolz vor ei­ner ih­rer Lieb­lings­leh­re­rin­nen ih­ren Ge­sel­len­brief prä­sen­tiert, wirkt sie stolz, zu­frie­den – und an­ge­kom­men. Ihre GE­schich­te macht Mut: ein Prak­ti­kum kann ein An­fang sein, ein In­ter­es­se kann zum Be­ruf wer­den und eine Schu­le kann Wege eb­nen, die weit über die Schul­zeit hin­aus­rei­chen. Für un­se­re ak­tu­el­len Prak­ti­kan­tin­nen und Prak­ti­kan­ten ist Ta­be­as Weg ein le­ben­di­ges Bei­spiel da­für, was mög­lich ist, wenn man neu­gie­rig bleibt und sich aus­pro­biert. Denn Ta­bea hat es er­lebt und sagt heu­te: „Mach dein Prak­ti­kum zu dei­nem Start­punkt. Trau dich, Neu­es aus­zu­pro­bie­ren. Dein Weg fin­det Dich – oder du fin­dest ihn.“