Das Projekt »Waltroper Stadtmaler« ist ein von Michael Ogiermann 1994 entwickeltes Kunst ‑und Schulprojekt, welches sich zum Ziel gemacht hat, Künstlerinnen und Künstler aus der ganzen Welt mit Menschen unserer Region in einen gemeinsamen Kommunikations- und Produktionsprozess zu bringen. Das Projekt wird von unserer Schule mit wechselnden Künstlerinnen und Künstlern sowie Partnerinnen und Partnern organisiert.

Stadtmaler-Projekt 2026 eröffnet!
Ein besonderer Moment: Stadtmaler Jo Scholar eröffnet das Projekt 2026 an der GEsamtschule Waltrop +++ Am vergangenen Mittwoch erlebte die GEsamtschule Waltrop einen jener Momente, in denen spürbar wird, was unsere Schule ausmacht: Vielfalt, Offenheit – und der Mut, neue Wege zu gehen. In unserer GEsamtschule lernen Kinder und Jugendliche aus Waltrop und der Umgebung mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, Sprachen, Biografien und Unterstützungsbedarfen. Manche kommen mit Fluchterfahrung, manche benötigen besondere Förderung, andere starten mit viel familiärem Bildungsrückhalt. Diese Vielfalt sehen wir nicht als Hindernis, sondern als Chance, jeden jungen Menschen auf seinem Weg zu begleiten und aus der Unterschiedlichkeit eine gemeinsame Stärke zu formen. Projekte wie das Stadtmalerprojekt – seit 30 Jahren ein fester Bestandteil unserer Schulkultur – zeigen, wie wertvoll dieser Ansatz ist. Und in diesem Jahr wird es noch größer, vernetzter und wirkungsstärker als bisher: Das Stadtmalerprojekt 2026 findet gleichzeitig in Waltrop und Gelsenkirchen statt und entsteht in Kooperation mit der Kunstschule Gelsenkirchen, dem Consol Theater, der Norton Stiftung und weiteren Menschen beider Städte. Damit steht das Projekt in diesem Jahr nicht nur für künstlerische Arbeit, sondern auch für eine städteübergreifende Lern- und Kulturlandschaft, in der Kinder und Jugendliche aus Waltrop gleichwertig beteiligt sind.

Ein Maler betritt die Bühne: Jo Scholar – Stadtmaler 2026
Bereits im November setzte Jo Scholar mit seinem großformatigen Plakat auf der Garage neben der Turnhalle ein sichtbares Zeichen und stellte das neue Projektthema vor. Nun traf er erstmals auf jene Schülerinnen und Schüler, die dieses Thema weitertragen werden. Für diesen Moment hatte er sich intensiv vorbereitet: Er sichtete Schülerarbeiten aus der Ferne, entwickelte Ideen, plante seine Präsentation. Gemeinsam mit den Schülerinnen Lykka, Isabella und Ryha aus dem BoPu HuG und Projektkoordinatorin Anja Souissi richtete er das Stadtmaleratelier her. Diese gemeinsame Vorbereitung allein zeigte schon: Der Stadtmaler nimmt die Jugendlichen ernst – als Partnerinnen und Partner in einem künstlerischen Prozess.

Ein Künstler aus der Region – und doch aus einer anderen Gedankenwelt
Kurator Michael Ogiermann brachte es in seiner Einführung auf den Punkt: Obwohl Scholar aus der Region stammt, bringt er Bilder, Gedanken und Arbeitsweisen mit, die für viele unserer Schülerinnen und Schüler neu und ungewohnt sind. Und genau darin liegt die große Chance.

Vom Klecks zum Vogel – und vom Sehen zum Verstehen
Scholar begann seinen Einstieg mit einem einfachen Klecks – der sich langsam in einen Vogel verwandelte. Nicht durch Erklärung, sondern durch Beobachtung. Er stellte die Idee einer »Schule des Sehens« vor, die nicht mit fertigen Lösungen beginnt, sondern mit dem Mut, das Offene zuzulassen. Kunstlehrerin Anja Souissi bemerkte überrascht, dass sie ihre Lerngruppen bisher stärker inhaltlich führt – Scholar dagegen öffnete Räume. Und diese Räume füllten sich – mit Neugier, Ruhe, Konzentration: für viele ein Unterricht, gefühlt „wie auf einem anderen Planeten“.

Zusammenarbeit, die trägt – und weiterträgt
In den folgenden Unterrichtsphasen begegneten die Schülerinnen und Schüler dem Stadtmaler mit unterschiedlicher Intensität: Manche vorsichtig, manche mutig, manche schon mit eigenen Bildideen. Amelie aus Jahrgang 7 zeigte ihm sogar ihre selbst entwickelte Choreografie zum Thema. Die eigentlich geplante Teilnahme seiner Frau Margot – Schauspielerin und Regisseurin – fiel zwar krankheitsbedingt aus, doch Scholar nahm die Ideen der Schülerin mit sichtbarer Aufmerksamkeit auf. Besonders eindrücklich war sein Bild vom Ping-Pong-Spiel: Er werfe etwas hinein, nehme etwas auf, spiele es weiter – und dasselbe erhoffe er von den Jugendlichen. Lykka fasste den Nachmittag mit einem Satz zusammen, der wohl lange im Gedächtnis bleiben wird: „Jetzt verstehe ich, was Sie meinten, als Sie sagten, er komme von ganz weit her.“
Ein Projekt hebt ab – in zwei Städten gleichzeitig
»Ein Käfig ging einen Vogel suchen« – mit diesem Satz beginnt das Projektjahr. Und nach diesem ersten Auftakt ist klar: An der GEsamtschule Waltrop hat der Vogel bereits begonnen zu fliegen – gemeinsam mit unseren Partnern in Gelsenkirchen. Dieses Stadtmalerjahr wird anders als alle davor: größer, freier, verbindender – und voller Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche aus Waltrop und der gesamten Region.
Waltroper Stadtmaler im November 2025
Ein Prolog von Michael Ogiermann.
Schulhof der Gesamtschule Waltrop mit einem Plakat von Jo Scholar im November 2025
Seit wenigen Tagen klebt an der Geräte- und Müllgarage mitten auf dem Schulhof der »GEsamtschule Waltrop« ein großflächiges Schwarz-Weiß-Plakat. Darauf zu sehen: ein Käfig, ein Vogel und ein bedeutungsschwerer Satz von Franz Kafka. Dieses Plakat verdeckt, was sich in den vergangenen Jahren auf den Klinkersteinen der Fertiggarage als Zeitdokumente angesammelt hat. Das »Schmuddelkind« im Zentrum der Schule, direkt vor der monumentalen Klinkerwand der Turnhalle, trägt eine Geschichte – innen wie außen. Vor kurzem war es nur noch ein hastig überstrichenes Schwarz, das staatsfeindliche Zeichen überdecken sollte. Doch diese Gedankenwelt existiert weiter und steht im November 2025 selbstbewusst im Raum.

Neben solchen Spuren fanden sich auch andere Statements: Hinweise auf den Hambacher Forst, auf »Fridays for Future« oder die Kultfigur einer Generation – Greta Thunberg. Auch sie, inzwischen durch ihre Aktionen für die Menschen in Gaza nicht mehr unumstritten, verschwand nun hinter dem weiß leuchtenden Plakat. Dieses fast unschuldige Weiß mit wenigen schwarzen grafischen Elementen tritt in den Dialog mit großformatigen Murals, die an den Wänden des Hauptgebäudes der »GEsamtschule Waltrop« in kräftigen Farben ihre Botschaften verkünden.
Zwischen diesen Arbeiten behauptet sich bis heute die Wandgestaltung des Waltroper Stadtmalers Peter Tournee. Sie entstand Anfang der 2000er-Jahre in einem intensiven Prozess gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern und wurde in vielen Arbeitsstunden realisiert. Noch immer hat sie ihren Platz zwischen den lauten Graffitis und fügt sich harmonisch ins Umfeld ein.

Rückblick: Das Projekt »Waltroper Stadtmaler«
Das Projekt »Waltroper Stadtmaler« besteht seit über 30 Jahren. Nach dem Mauerfall im November 1989 begann ich – als junger, in der DDR aufgewachsener und ausgebildeter Künstler – einen Neuanfang 600 Kilometer westlich meines Heimatortes Eisenhüttenstadt, im Ruhrgebiet, in Waltrop. Die letzten zehn Jahre des alten Jahrtausends waren eine überaus kreative und herausfordernde Zeit. Eine neue Heimat zu erarbeiten, ohne die eigenen Wurzeln zu kappen oder zu verstecken, führte zur Idee des Projekts »Waltroper Stadtmaler«. Es ging mir damals darum, im Neuen das Bekannte zu integrieren – Menschen, Orte, Sichtweisen und Fähigkeiten. Als Galerist, Maler und Kunstvermittler eröffnete ich im November 1994 in der »Galerie im weißen Haus« am Neuen Weg in Waltrop die erste Stadtmaler-Ausstellung. Die ersten Stadtmaler und Wegbereiter des Projekts waren: Matthias Steier, Künstlerfreund aus Eisenhüttenstadt, Krysztof Skarbek, Kunst- und Pop-Ikone aus Wroclaw und Hajo Lesse, satirischer Bildhauer aus Hamm.
Sie setzten sich künstlerisch mit meiner neuen Heimat auseinander und wurden meine Partner beim Ankommen und im Austausch mit Waltrop. Es gab Ausstellungen und Aktionen in der Stadt, ein Atelier im ehemaligen Lehrschwimmbecken der Realschule und jährliche Beiträge zum Parkfest. Mit meiner Entscheidung, 1997 als Kunstlehrer an der Gesamtschule Waltrop zu arbeiten, nahm ich das Projekt mit in die Schule. Es entwickelte sich zu einem Kunst- und Schulprojekt, das Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt mit Menschen der Region in einen gemeinsamen Kommunikations- und Gestaltungsprozess brachte. So kamen Gäste u.a. aus Australien, Bangladesch, Chile, Israel, Nicaragua, Tansania, Israel sowie aus deutschen und europäischen Metropolen wie Leipzig, Hamburg, München, Köln, Kiel, Wroclaw, Minsk oder Budapest nach Waltrop. Sie bezogen hier ihr Atelier, nahmen Waltrop und die entstandene Kunst mit in ihre Welt und kehrten teilweise mehrfach mit immer wieder neuen Ideen und Werken zurück. Dabei füllten sie die Rolle des Stadtmalers mit ihrer eigenen menschlichen und künstlerischen Kompetenz.
Die Rolle der »GEsamtschule Waltrop«
Die »GEsamtschule Waltrop« mit ihren Generationen von Schülerinnen und Schülern ist bis heute, neben zahlreichen externen Partnern, eine feste Größe des Projekts. Kolleginnen und Kollegen unterstützten und entwickelten es weiter, Gisela Röwer-Schneider, Inge Herb, Marc Teschner, Ulrike Walkenhorst, Anja Souissi und Sylvia Klein. Auch die jeweiligen Schulleitungen förderten das Projekt mit großem Engagement und verankerten es im Schulprogramm. Eine besondere Rolle spielt die ehemalige Schulleiterin Brigitta Blömeke. Sie wurde durch das Projekt in ihrem Kunstinteresse bestärkt und ermutigt bis heute die Beteiligten, gerade in schwierigen Phasen weiterzumachen.
Neustart nach der Coronapause
Nach einer langen Pause gelang 2024 der Neustart. Mit der Adaption des Archeprojekts, den Kooperationen mit den Stadtmalern Beth Adams-Ray und Florian Söll (2019), der Kunstschule Gelsenkirchen unter Leitung von Brigitta Blömeke und der Bereitschaft von Anja Souissi, das Projekt erneut zu koordinieren, gehen wir mit einem ambitionierten Vorhaben in die Zukunft.

Wir konnten den Gelsenkirchener Maler Jo Scholar gewinnen. Er gestaltete das erwähnte Großplakat, das von unseren Schülerinnen und Schülern Manuela Lehnhardt, Emilia Klein, Sverre Ernesti und Niklas Toprak sorgfältig an die Garage geklebt wurde. Dieses bildet den Startschuss für das Stadtmalerprojekt ’26.

Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten, hier jedoch die erste Reaktion auf das Plakat:
„Ich deute das Zitat als eine Metapher für Staatsmacht und Bevölkerung. Ein Käfig verliert ohne den Vogel seinen Sinn. Auch die Staatsmacht muss sich immer wieder neu legitimieren und macht dies durch Regulierungen, Institutionen und neu kreierte freie Räume. Der Vogel hingegen schafft sich seinen Sinn durch seine bloße Existenz und ist damit unabhängig vom Käfig. Ein Vogel muss keinen Käfig suchen, der Käfig aber braucht den Vogel um zu sein. Dies lässt sich mehr oder weniger auf alle Regierungs- und Staatssysteme runterbrechen, da diese ohne die ihr zugehörige Gesellschaft nicht wären.“ Pia Souissi, Studentin Lehramt für Kunst und Sozialwissenschaften an der TU Dortmund
GElebte Kunst, GElebte Bildung
Seit über drei Jahrzehnten ist das Stadtmalerprojekt ein besonderes Aushängeschild der Stadt Waltrop und der GEsamtschule Waltrop. Was 1994 begann, hat sich zu einem einzigartigen Zusammenspiel von Kunst, Schule und Stadtgesellschaft entwickelt. Zwar existierten in Deutschland temporär Stadtmalerformate – aktuell wird jedoch nur in Bremervörde ein kommunal organisiertes Stadtmalerprojekt regelmäßig umgesetzt – gerade dieser Vergleich macht die Besonderheit Waltrops erst sichtbar: Keine andere Stadt und Schule in Deutschland lädt seit über 30 Jahren kontinuierlich nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler ein und bindet deren Arbeit fest in Unterricht, Schulkultur und Stadtgesellschaft ein. In Umfang, Kontinuität und pädagogischer Qualität ist das Waltroper Stadtmalerprojekt damit bundesweit einzigartig. Dieses außergewöhnliche Format zeigt exemplarisch, wofür die GEsamtschule Waltrop steht: individuelle Förderung, kreative Leistungsentwicklung, gelebte Vielfalt und gesellschaftlich relevante Bildung.

Tragende Säulen des Erfolgs: Engagement, Professionalität und Herz
Dass dieses Projekt seit so vielen Jahren gelingt, ist vor allem der engagierten Arbeit der beteiligten Lehrkräfte zu verdanken. Besonders Anja Souissi, langjährige Projektkoordinatorin, verbindet organisatorische Kompetenz, fachliche Expertise und pädagogisches Geschick. Sie ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, mit professionellen Künstlern in realen Kunstprozessen zu arbeiten – nicht im Museum, sondern mitten im schulischen Leben.
Stadtmaler 2026/27: Jo Scholar
Für die kommenden zwei Jahre wurde gemeinsam mit der Projektleitung der Künstler Jo Scholar ausgewählt. Der in Telgte geborene Künstler, der bereits in Italien, Österreich und zahlreichen deutschen Städten gewirkt hat, bringt ein außergewöhnlich breites Spektrum künstlerischer Erfahrungen mit – von Ausstellungen über Stipendien bis hin zu ungewöhnlichen Arbeitsorten wie psychiatrischen Einrichtungen oder anatomischen Instituten. Für ihn sind Waltrop und die Schule jedoch Neuland – ein Perspektivwechsel, der ihn besonders reizt. Bereits im Herbst 2025 besuchte er Schule und Stadt, führte intensive Gespräche mit Anja Souissi und Kurator Michael Ogiermann und entwarf ein ambitioniertes zweijähriges Vorhaben. Sein erster sichtbarer Beitrag hängt seit November 2025 auf dem Schulhof: „Ein Käfig ging einen Vogel suchen.“ Diese Kafka-Paraphrase eröffnet vielfältige Räume für Interpretation, Diskussion und kreative Auseinandersetzung.

Kunstunterricht, der lebendig wird
Seit einigen Wochen arbeiten Kurse aus Kunst, Darstellen & Gestalten, BoPu sowie Gruppen aus dem Philosophieunterricht mit Scholars Impuls. Die Jugendlichen sprechen nicht nur über Kunst – sie gestalten sie. Sie entwickeln eigene Ideen, visualisieren Gedanken, erhalten professionelle Rückmeldungen und erleben sich selbst als aktive Kunstschaffende. Das Projekt geht weit über klassischen Unterricht hinaus: Es schafft echte Anlässe für künstlerisches Arbeiten und ermöglicht Schülerinnen und Schülern aller Hintergründe den Zugang zu anspruchsvoller professioneller Kunstpraxis.

Wenn Zehntklässler zu Lehrenden werden – ein beeindruckendes Beispiel
Wie stark das Stadtmalerprojekt wirkt, zeigt sich momentan im BoPu HuG: Die Zehntklässlerinnen Rüya Tunc, Isabella Beermann und Lykka Gill übernehmen eigenständig Unterricht für die Lernwerkstatt des 5./6. Jahrgangs. Mit bemerkenswerter pädagogischer Souveränität, klarer Struktur, fachlichem Know-how und einer angenehmen Strenge führten sie ihre Gruppe in das Stadtmalerthema ein. Sie präsentierten eigene Skizzen und Entwürfe, erklärten Gedankenwege und eröffneten den Jüngeren so einen authentischen Zugang zu Kunst. Bereits im ersten Schulhalbjahr hatten sie Erfahrungen in der Lernwerkstatt gesammelt – und diese Routine war spürbar: Ihre Stunden sind lebendig, motivierend und beeindruckend professionell geführt. Anja Souissi, die die Arbeit beobachtete, zeigte sich sichtbar begeistert von der Ruhe, Kompetenz und Echtheit, mit der ihre drei Zehntklässlerinnen unterrichteten. Die jüngeren Schülerinnen und Schüler reagierten hoch motiviert: Das Unterrichtsgespräch führte zu originellen Assoziationen, Ideen und ersten bildnerischen Entwürfen – ein gelungener Start in die gemeinsame Stadtmaler-Projektphase von Zehnern, Fünfern und Sechsern.

Eine kreative Kooperation.
Im Schuljahr 2024/25 fiel der Startschuss für eine außergewöhnliche Zusammenarbeit zwischen der GEsamtschule Waltrop und der August-Hermann-Francke-Grundschule. Dieses Projekt belebt nicht nur das Waltroper Stadtmalerprojekt neu, sondern erprobt auch innovative Lernformen, die für beide Schulen richtungsweisend sind. Den Auftakt bildete der Besuch der aktuellen Stadtmalerausstellung durch 45 kunstbegeisterte Grundschülerinnen und ‑schüler. Begleitet wurden sie von Schulleiterin Katrin Neuhaus und Kunstlehrerin Katja Baumeister. Letztere koordinierte den Projekttag gemeinsam mit Anja Souissi, Kunstlehrerin an der Gesamtschule Waltrop und Organisatorin des Stadtmalerprojekts.

Unter dem Motto »Von Mäusen, Katzen, Hunden und dem Wald« erlebten die Dritt- und Viertklässler eine inspirierende Einführung in die Kunstwelt. Dabei wurden sie liebevoll angeleitet von Schülerinnen des BoPu-Kurses »Handel und Gestaltung« aus den Jahrgängen 9 und 10. Gemeinsam erkundeten sie die Ausstellung, arbeiteten in der Druckwerkstatt und den Ateliers der Gesamtschule.

Kunst als Brücke zwischen den Generationen
Der Projekttag bot mehr als nur kreativen Ausdruck – er schuf eine Verbindung zwischen den Altersgruppen. Die jungen Kunstbegeisterten konnten staunen, experimentieren und sich kreativ ausleben, während die älteren Schülerinnen erste Erfahrungen in der kunstpädagogischen Betreuung sammelten. Zum Abschluss präsentierten die Kinder ihre Werke in einem kleinen »Museumsgang« – eine pädagogische Methode, die das künstlerische Schaffen wertschätzt. Abgerundet wurde der ereignisreiche Tag mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa. Auf dem Speiseplan: Döner, der bei allen Beteiligten gut ankam.

Eine langfristige Perspektive
Dieses Projekt ist erst der Anfang. Vom 26. Mai bis zum 30. Juni folgen vier weitere Arbeitstermine, in denen die GEsamtschülerinnen die Workshops und Materialien vorbereiten. Die Grundschülerinnen und ‑schüler werden dabei entweder direkt in ihrer Schule betreut oder in die Ateliers der GEsamtschule eingeladen. Auch im Schuljahr 2025/26 wird das Stadtmalerprojekt weitergeführt und ausgebaut. Die Schülerinnen des HuG-Kurses werden ihre Erfahrungen nutzen, um die Lernwerkstattangebote des zukünftigen 5. Jahrgangs zu bereichern. So könnte es gut sein, dass sie auf ehemalige Grundschüler treffen, die sie schon aus den Workshops kennen. Die ersten Ergebnisse dieser besonderen Zusammenarbeit werden im Rahmen des „First Hello“ im November 2025 präsentiert. Die Vorfreude ist groß – und die Motivation, Kunst als verbindendes Element zwischen Generationen und Schulen zu nutzen, noch größer.
An unserer GEsamtschule, seit den Anfangsjahren eine der Konstanten der Waltroper Stadtmaler, wurde eine beispielhafte Interaktion in Gang gesetzt, die durch zahlreiche gemeinsame Schüler-Künstler-Lehrer-Projekte nicht nur die ästhetische, sondern auch die interkulturelle und die sprachliche Bildung auf neue Pfade lenkte und dabei das Bewusstsein aller Beteiligten nachhaltig prägt. Das Projekt »Waltroper Stadtmaler« versteht sich mit seinen vielschichtigen Potentialen als ein lebendiger und unkonventioneller Versuch, Lernwege und ‑orte neu zu denken und auch zu beschreiten. Das Projekt wird seit seinem Bestehen immer wieder von wechselnden Förderern und Institutionen unterstützt und getragen.
Fazit: Das Stadtmalerprojekt der GEsamtschule Waltrop ist weit mehr als ein kulturelles Ereignis: Es ist ein lebendiges Bildungsprojekt, das Potenziale stärkt, Chancen eröffnet und Kunst auf einzigartige Weise in die Realität von Schülerinnen und Schülern holt. Waltrop zeigt, wie Kunst, Schule und Stadtgesellschaft zusammenwirken können – und warum dieses Projekt seit über 30 Jahren etwas ganz Besonderes ist.

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