Ein Beitrag von Birgit Schäfer (Koordinatorin für Demokratieerziehung und Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage). Auch in diesem Jahr beteiligte sich die GEsamtschule am 12. Juni – dem Geburtstag von Anne Frank – mit einem Projekttag für Demokratie und das Lernen aus der Geschichte an dem bundesweit von vielen Schulen begangenen Aktionstag. Neben der Möglichkeit, die diesjährige Ausstellung im Foyer zu besuchen und die Anne-Frank-Zeitungen analog oder digital zu lesen, nutzten viele Lerngruppen weitere Angebote zur Erinnerung und Mahnung – sowie zur Stärkung des demokratischen Bewusstseins.

So besuchten acht »Omas gegen Rechts« aus der Waltroper Gruppe den 6. Jahrgang. Sie erzählten den Kindern von ihrem Engagement und ihren Erfahrungen mit menschenfeindlichem Gedankengut. Zudem trainierten sie mit der Schülerschaft drei »Demokratiemuskeln«: den Zuhör-Muskel, den »starke Stimme-Muskel« und den Kompromiss-Muskel. In allen Klassen, die in zwei Gruppen eingeteilt waren, erfolgte das Training spielerisch: vom eigenen fiktiven Traumhaus à la Pippi Langstrumpf über die Kompromissfindung in Kleingruppen bis hin zur Einigung in der gesamten Gruppe. Spielerisch und erlebnisorientiert erkannten die Sechstklässler die Bedeutung demokratischer Aushandlungsprozesse. Alle »Omas« waren am Ende begeistert, denn die Kinder ließen sich auf die Methoden ein und waren stolz auf ihre neu gewonnenen Fähigkeiten.

Ebenso lebendig und spielerisch ging es im 8. Jahrgang zu. Dort waren Moderierende von »Helden e.V.« mit ihrem Projekt »Du hast die Wahl« zu Gast, das die GEsamtschule dank freundlicher Sponsoren sowie einer Unterstützung durch »Waltrop lebt Demokratie« realisieren konnte. Konkret zu erleben, welche Möglichkeiten Zusammenhalt und Kooperation eröffnen, und zu erfahren, dass es sich lohnt, sich einzubringen und mitzubestimmen – all das machte Demokratie greifbar und führte am Ende zu durchweg positivem Feedback aller Beteiligten.
Besonders erfreulich war zudem, dass vier Mitglieder der Schülerprojektgruppe »Schule ohne Rassismus« in die Klassen 7c und 7d gingen, die an diesem Tag – anders als die Parallelklassen – nicht im »Borusseum« waren. Dort sahen sie gemeinsam den animierten Film »Wo ist Anne?« und erarbeiteten, gut vorbereitet, mit den Klassen den Bezug des Films zu unserer Gegenwart und Zukunft, in der immer mehr Menschen in Europa Schutz vor Krieg und Gewalt suchen.

Und was passierte sonst noch an diesem Tag? Die 10er besuchten die Steinwache in Dortmund. Die 12er befassten sich mit dem Widerstand im Dritten Reich. Die 9er nahmen an angebotenen Projekten teil, etwa am Film »Die Welle« oder am Gestalten von Taschen mit kreativen antirassistischen Sprüchen.
Mein Fazit: Wir brauchen solche Projekttage. Wir brauchen auch Impulse von außen. Und wir dürfen unsere Schülerinnen und Schüler mit rechter Propaganda im Netz nicht alleine lassen.

